Schmelze

„Erstellung“ der Schmelze

Grundlage eines jeden Gusses ist wie unschwer vorstellbar geschmolzenes Metall, in Falle der Gießabteilung der Firma hauptsächlich Aluminiumschmelzen. Hier werden mehrere Schmelzöfen eingesetzt, um gussfähige Schmelze zu erzeugen und bereit zu halten. Die Mehrzahl der Öfen sind selber Bauart, allerdings mit verschiedenen Anschlussleistungen und Tiegelgrößen und werden elektrisch beheizt. Die Öfen bestehen aus einem Außengehäuse aus Stahlblech, welches mit wärmespeicherndem und isolierendem Gestein ausgekleidet ist. In der Mitte sitzt der Tiegel, welcher über einen am Arm schwenkbaren und verschließbaren Deckel von oben zugänglich ist. Um die Tiegel befinden sich im inneren des Ofens radial angeordnete Heizdrähte. Ein weiterer Schmelzofen wird mittels Ölbrenner beheizt. Dieser ist allerdings nur selten in Betrieb, hier wird die Flamme des Brenners in einer Spirale um den Tiegel geleitet und erwärmt so Tiegel und Inhalt.
Bis auf die Zeiten der Betriebsferien im Sommer und zu Weihnachten laufen in der Regel die Schmelzöfen Tag und Nacht durch. Es ist effizienter, mittels Regelung die Temperatur im Tiegel zu halten, als ständig den Tiegel zu entleeren und den Ofen neu „anzufahren“.

Ist der Schmelzofen entleert, wird zunächst der Tiegel auf Nenntemperatur gebracht. Durch den dann glühenden Tiegel kann man eventuelle Schäden oder Risse in dem keramischen Material des Tiegels erkennen.
Bei der „Erstbefüllung“ und im regulären Betrieb wird neue Schmelze durch die vorsichtige Zugabe von Rohrmaterial erzeugt. Die Gießerei erhält zum einen verschiedene Aluminiumlegierungen vom Metallhändler in Form von sogenannten Masseln (ähnliche Form wie Barren), zum Einsatz kommt aber auch sogenanntes Kreislaufmaterial, also wiederverwertete Abschnitte von Gussteilen. Die Masseln werden zunächst einige Zeit in der warmen Umgebung des Schmelzofens gelagert. Wichtig ist dies vor allem wegen möglicher Feuchtigkeit. In allen Bereichen des Gusses muss der Kontakt von Schmelze und auch nur der geringsten Menge Feuchtigkeit oder sogar Wasser vermieden werden. Da die verwendeten Legierungen zwischen ungefähr 700 und 800 °C je nach Gussteil und Legierung gegossen werden, würde eventuelles Wasser augenblicklich gasförmig werden und sich dadurch stark ausdehnen. Die Folgen für Mensch und Umgebung wären fatal, es würde zu einer Art Explosion mit spritzendem Metall kommen.

Im Betrieb werden je nach Entnahmemenge und Legierung hin und wieder noch Schmelzsalze und Natrium oder Strontium zur Schmelzbehandlung hinzugegeben, außerdem wird oben schwimmender Schmutz und Schaum immer wieder mit einer Art Löffel oder einer Halbkugel mit Stiel eingesammelt und entsorgt. Die Entnahme der Schmelze zum Guss erfolgt hier überwiegend mit Kellen verschiedenster Größen. Bei sehr großen Teilen kommt allerdings auch eine Gießschere und der Kran zum Einsatz. Damit sich das flüssige Aluminium von den Entnahmewerkzeugen gut trennt und diese möglichst lange in Verwendung bleiben können, w erden die Werkzeuge mit einer rot-braunen Schamottpartikel-Lösung beschichtet.

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